Handball: Wir über uns

Leitbild TV Wanne 1885 Handball

Wir sehen den Sport und seine Organisationen als unentbehrlich für ein funktionierendes Gemeinwesen an.
Wir stehen für Vermittlung von Werten wie Engagement, Verantwortung, Freundschaft, Ehrlichkeit und Leidenschaft.
Wir vermitteln Kindern und Jugendlichen soziale Erfahrungen und machen sie erlebbar.
Wir führen junge und ältere Menschen zusammen und vermitteln so zwischen den Generationen.
Wir integrieren Menschen aller Nationalitäten.
Wir wollen die persönliche und soziale Lebensqualität erhalten, verbessern, fördern und einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Persönlichkeit leisten.
Wir orientieren uns an den Ausbildungskriterien und Aktivitäten unserer Fachverbände, insbesondere der Rahmentrainings-konzeption des Deutschen Handball Bundes.
Fortbildungen und Zertifikate sind für uns keine Fremdworte, sondern Selbstverständlichkeiten; wir schulen auch intern.
Wir verlangen von unseren Trainerinnen und Trainer ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis; sie unterliegen einem Ehrenkodex.
Wir wollen dies mit möglichst professionellen Organisationsstrukturen erreichen. Sie müssen aber auch den ehrenamtlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Eine konstruktive Zusammenarbeit ist dabei unverzichtbar. Toleranz und Vertrauen prägen unser Miteinander.
Wir versuchen unsere Ziele wirtschaftlich, sozialverträglich und umweltfreundlich zu verwirklichen.
Wir sehen uns als Partner der örtlichen Wirtschaft und der Stadt Herne.

 

Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer

Präambel
Der Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport basiert auf dem Prinzip Verantwortung für das Wohl der Sportlerinnen und Sportler. Er ist ein selbstauferlegter Kanon von Pflichten und stellt ein in Worte gefasstes, traditionell gewachsenes, sittlich angestrebtes und gewissensbestimmtes Standesethos dar. Er ist die immer neu zu prüfende moralische Grundlage für ein eigenbestimmtes berufliches Selbstverständnis im Rahmen unseres freiheitlich-demokratischen Gemeinwesens unter strenger Beachtung der Würde des Menschen und der Bürgerrechte. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung einer Berufskultur, die sich der menschlichen Leistung und der Prämisse von Humanität verpflichtet fühlt.
Der Ehrenkodex hat normen- und wertbegründete Orientierungen für die Gesinnung und das Handeln im Bereich des Trainings und Wettkampfes zum Inhalt. Diese Orientierungen sind im Grundsatz an einem „humanen Leistungssport“ sowie am Wohl von Kindern und Jugendlichen, an der „mündigen Athletin“ und am „mündigen Athleten“ ausgerichtet. Die damit verbundenen Verpflichtungen sind von der Überzeugung getragen, dass Leistung und Humanität, Sieg und Moral, Erfolg und persönliches Glück nicht nur miteinander zu vereinbaren sind, sondern sich auch gegenseitig bedingen. Dies bedeutet:
o Die durch Training zu erreichenden Leistungssteigerungen dürfen nur durch humane Maßnahmen verwirklicht werden.
o Die Erfolge im Wettkampf sind unter Befolgung der jeweils geltenden Regeln und unter Beachtung des Fairness-Gebots anzustreben. Dabei gilt:
Die Würde des Menschen hat in Training und Wettkampf immer Vorrang!
Vor diesem Hintergrund kommt der pädagogischen Verantwortung der Trainerinnen und Trainer für die ihnen anvertrauten Sportlerinnen und Sportler, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer Erziehung zur Leistung ganz besondere Bedeutung zu. Der Ehrenkodex und die mit ihm gegebenen Pflichten und Verantwortungen betreffen nicht nur den Umgang der Trainerinnen und Trainer mit den betreffenden Sportlerinnen und Sportlern, sondern auch den gegenseitigen Umgang zwischen ihnen und den fürsorgepflichtigen Eltern, den anderen in das Sportgeschehen eingebundenen Personen wie Ärztinnen und Ärzten, ehren- und hauptamtlichen Funktionärinnen und Funktionären, Kolleginnen und Kollegen, Zuschauerrinnen und Zuschauern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Medien, Wirtschaft und Politik.
Trainerinnen und Trainer können ihre Pflichten nur dann sinnvoll erfüllen, wenn alle beteiligten Gruppen die Prinzipien des Ehrenkodexes akzeptieren.
Aus diesem Grund dient der Ehrenkodex nicht nur der persönlichen Sicherheit, dem persönlichen Schutz und den sozialen Anforderungen der mit dem Training befassten Personen. Der Ehrenkodex geht von der Selbstbestimmung des Berufsstandes der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport aus. Er ist wesentlicher Bestandteil der Entwicklung und Festigung einer Berufskultur, die sich der menschlichen Leistung unter der Vorherrschaft der Humanität verpflichtet fühlt. Er leistet deshalb auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines positiven Selbstbildes von Trainerinnen und Trainern.
Die Verantwortlichen im deutschen Sport verpflichten sich ihrerseits, den Ehrenkodex im Bedarfsfalle in enger Zusammenarbeit mit den Trainerinnen und Trainern weiterzuentwickeln und die Rahmenbedingungen für die praxisnahe Umsetzung dieser ethisch-moralischen Vorgaben zu schaffen.
Der Deutsche Sportbund und seine Mitgliedsorganisationen stützen und schützen ihre Trainerinnen und Trainer (sowie alle anderen verantwortlichen Betreuerinnen und Betreuer von Sportlerinnen und Sportlern) bei der Einhaltung dieses Ehrenkodexes.

Respekt
Trainerinnen und Trainer respektieren die Würde der Sportlerinnen und Sportler, die unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer und ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischer Überzeugung oder wirtschaftlicher Stellung gleich und fair behandelt werden.

Einklang
Trainerinnen und Trainer bemühen sich, die Anforderungen des Sports in Training und Wettkampf mit den Belastungen des sozialen Umfeldes, insbesondere von Familie, Schule, Ausbildung und Beruf, in Einklang zu bringen.

Verantwortung
Trainerinnen und Trainer bemühen sich um ein pädagogisch verantwortliches Handeln:
o Sie geben an die zu betreuenden Sportlerinnen und Sportler alle wichtigen Informationen zur Entwicklung und Optimierung ihrer Leistung weiter.
o Sie beziehen die Sportlerinnen und Sportler in Entscheidungen ein, die diese persönlich betreffen.
o Sie berücksichtigen bei Minderjährigen immer auch die Interessen der Erziehungsberechtigten.
o Sie fördern die Selbstbestimmung der ihnen anvertrauten Sportlerinnen und Sportler.
o Sie bemühen sich bei Konflikten um offene, gerechte und humane Lösungen.
o Sie wenden keine Gewalt gegenüber den ihnen anvertrauten Athletinnen und Athleten an, insbesondere keine sexuelle Gewalt.
o Sie erziehen zur Eigenverantwortlichkeit und zur Selbständigkeit der Sportlerinnen und Sportler, auch im Hinblick auf deren späteres Leben.

Soziales Verhalten
Trainerinnen und Trainer erziehen ihre Sportlerinnen und Sportler darüber hinaus zu sozialem Verhalten in der Trainingsgemeinschaft, zu fairem Verhalten innerhalb und außerhalb des Wettkampfes und zum nötigen Respekt gegenüber allen anderen in das Leistungssportgeschehen eingebundenen Personen und Tieren, zum verantwortlichen Umgang mit der Natur und der Mitwelt.

Gesundheit
Das Interesse der Athletinnen und Athleten, ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihr Glück stehen über den Interessen und den Erfolgszielen der Trainerinnen und Trainer sowie der Sportorganisationen. Alle Trainingsmaßnahmen sollen dem Alter, der Erfahrung sowie dem aktuellen physischen und psychischen Zustand der Sportlerinnen und Sportler entsprechen.

Keine Drogen
Trainerinnen und Trainer verpflichten sich, den Gebrauch verbotener Mittel (Doping) zu unterbinden und Suchtgefahren (Drogen-, Nikotin- und Alkoholmissbrauch) vorzubeugen. Sie werden durch gezielte Aufklärung und Wahrnehmung ihrer Vorbildfunktion negativen Auswüchsen entgegenwirken.

Selbstverständnis als Trainer
Leitlinien für den Umgang mit Kindern
Ein gut organisiertes Training, motivierende Inhalte und erfolgreiche Wettspiele sind zwar wünschenswert, beschreiben allerdings nur einen Teil des Aufgabenprofils, denn: Kinder trainieren, mit ihnen spielen und betreuen verlangt wesentlich mehr! Jeder, der eine KinderhandballMannschaft übernimmt, sollte sich vorab selbst prüfen. Wer sich mit den folgenden unten beschriebenen Leitlinien für den Umgang mit Kindern identifizieren kann, ist auf dem richtigen Weg. Prüfen Sie sich deshalb einmal selbst.

Kinder wollen Spaß haben!
o Viele Erfolgs- und Lernerlebnisse in einer Trainingsstunde schaffen!
o Wichtig: Eine Trainingsstunde immer mit einem positiven Erlebnis ausklingen lassen!
o Kein monotones Training: Spiele, Übungen und Wettkämpfe abwechselnd einsetzen!
o Kinder wollen Tore erzielen, deshalb für viele Ballkontakte sorgen!
o Eine wichtige Grundvoraussetzung: Jedes Kind sollte im Training einen Ball haben!
Kinder brauchen Erfolgserlebnisse!
o Bei Einteilung von Gruppen den Könnensstand der Kinder beachten!
o Aufgaben für Geübte und Ungeübte differenzieren!
Auch Spielanfänger sollten kleine Erfolgserlebnisse haben!
Kinder machen keine Fehler, sie sammeln Bewegungserfahrung!
o Fehler immer positiv erklären und korrigieren!
o Loben heißt: Den Lernzuwachs verstärken, das Selbstvertrauen der Kinder fördern. Deshalb: Kinder immer loben!
Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten!
o Kindern im Training immer auch Verantwortung übertragen (z. B. Geräteauf- und -abbau, Spielleitung)!
o Grundprinzip: Alle helfen sich gegenseitig!
o Der Trainer berücksichtigt die Wünsche der Kinder!
Kinder benötigen einen Förderer, Freund und Helfer!
o Die Betreuung der Kinder darf sich nicht auf Training und Spiel beschränken!
o Der Trainer sollte Verständnis für außersportliche Probleme der Kinder (Schule, Eltern) aufbringen!
o Er sollte zuhören und antworten können, wenn Kinder ihre Probleme schildern!
o Der Trainer sollte sich immer seiner Vorbildfunktion bewusst sein
(z. B. bei der Kritik an Schiedsrichtern, bei Alkoholgenuss)!

Informationen für Eltern
Sport ist wichtig und fördert die Gesamtentwicklung unserer Kinder
Fangen Sie so früh wie möglich an, das Interesse des Kindes am Sport zu wecken und es zu Bewegung zu animieren.
Die Gesamtentwicklung des Kindes hängt stark von der Bewegungsschulung ab. Bieten Sie dem Kind eine Vielzahl von Bewegungsmöglichkeiten, wobei diese nicht immer vordergründig mit dem Handballspiel zu tun haben müssen.
Sie sollten wissen, dass schon im Kleinkindalter die vielfältige Bewegungserfahrung eine sehr gute Basis schafft, um später auch im Handballsport individuelle Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln.
Wir haben hier ein paar Tipps für Eltern zusammengetragen, die Sie bitte als Anregung oder auch als Denkanstoß verwerten können:
o Spaß, sogar Freude am (Handball-) Sport sollte die Hauptsache für das Kind sein, egal ob Sieg oder Niederlage
o Eigene Sportbegeisterung sollten vorgelebt werden!
o Auch aus Niederlagen lernt man!
o Eltern sind die größten Vorbilder!
o Fehler sind immer erlaubt!
o Als Eltern sollten Sie die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Kinder auch außerhalb des Sports stärken!
o Auch Gegner und Schiedsrichter verdienen Respekt!
o Emotionen ja, Beleidigungen nein!
o Die Kompetenz des Trainers sollte nicht vor den Kindern in Frage gestellt werden!
o Bei Konflikten Kontakt mit dem Trainer oder Mannschaftsverantwortlichen aufnehmen und nicht auf die Kinder übertragen!
o Auch Eltern sollten regelkundig sein!
o Eltern sollten die Kinder darin unterstützen, ihre eigene Leistung einschätzen zu können und auch Kritik zu akzeptieren!
o Zeigen Sie Interesse und Begeisterung für den Sport und die Mannschaft Ihres Kindes. Ermuntern Sie Ihr Kind zum Sport, aber setzten Sie es nicht unter Druck!
o Fragen Sie nach, wo sie den Verein / die Mannschaft unterstützen können. Hilfe ist meistens willkommen!
o Vergleichen Sie die sportlichen Leistungen Ihres Kindes nicht mit denen anderer Kinder, sondern messen Sie seine Fortschritte immer nur an seinen eigenen Leistungen!
o Nimmt das Kind gegen seinen Willen am Training teil, lässt die Motivation schnell nach!
o Überlassen Sie Ihr Kind im Training / Spiel dem Trainer und mischen Sie sich nicht ein. Fragen und Ratschläge können nach dem Training / Spiel im Gespräch mit dem Trainer besprochen werden!
o Stellen Sie nach dem Training / Spiel die richtigen Fragen! Sinnvoll sind vor allem Fragen, die sich auf den Prozess des Spielens und des Lernens beziehen. Hier einige Beispiele:
o Hattest Du Spaß beim Training/Spiel?
o Was hattest Du Dir für heute vorgenommen und wie gut hast Du es umgesetzt?
o Was ist Dir heute besonders gut gelungen?
o Wie positiv war Deine Einstellung?
o Wie hat sie sich im Verlauf des Spiels eventuell verändert?
o Wie war Deine Vorbereitung und wie hat sie Dein Ergebnis beeinflusst?
o Was hätte heute besser sein können und wie könntest Du das erreichen?
o Was hast Du heute dazugelernt?
o Geben Sie dem Trainer alle notwendigen Informationen, die er fürs Training Ihres Kindes benötigt. Dazu gehören neben den Zielen u.a. der Gesundheitszustand und eventuelle Besonderheiten (Allergien, etc.), gegebenenfalls schulische Engpässe, familiäre Sondersituationen etc.
o Hüten Sie sich vor der Einstellung: „Mein Kind soll mehr sportlichen Erfolg haben als ich!“ Ihr Kind soll entscheiden, wie es seinen Sport ausüben möchte!
o Lassen Sie die Liebe und Wertschätzung Ihrem Kind gegenüber nicht von Spielergebnissen beeinflussen und senden Sie ihm keine derartigen Signale. Weder sollten Sie ihm das Gefühl geben, dass es nach einem Sieg ein besserer Mensch geworden ist, noch nach einer Niederlage ein schlechterer. Gerade bei Sportlern ist häufig die Gefahr groß, dass sie ihr Selbstwertgefühl zu sehr an den Wettkampfergebnissen festmachen. Im Sinne einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung brauchen die Kinder Eltern, die ihnen zeigen, dass sie sie genauso lieben, egal ob sie gut oder schlecht gespielt haben.
o Manche Kinder üben eine Sportart für ihre Eltern aus, entweder um Respekt und Anerkennung zu erlangen, oder einfach um ihre Eltern glücklich zu machen. Versuchen Sie, Ihrem Kind deutlich zu machen, dass es den Sport für sich betreibt, weil es ihm Spaß macht und Sie es lediglich unterstützen, weil es Ihnen viel Freude bereitet.

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